Releaseparty Hamburg 28.09.2007 PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 02. April 2009 um 10:48 Uhr

Das Vorgeplänkel
1Nachdem bereits Release-Parties mit so genannten Nightwish-Coverbands für Helsinki und Tallinn angekündigt waren, war ich überrascht und erfreut, als ich erfuhr, dass auch Deutschland mit einem derartigen Konzert beehrt werden sollte. Und das ausgerechnet in Hamburg – besser konnte ich es fast gar nicht treffen. Sushi Patrol sollte die Coverband heißen und aus Japan kommen – ja nee, is’ klar… In der (im Nachhinein fehlerhaften) Annahme, dass die Karten sehr schnell weg sein würden, besorgte ich sofort welche, und es konnte losgehen mit der Vorfreude.

Passenderweise fielen die Veröffentlichung des neuen Albums ‚Dark Passion Play’ und das Konzert auf ein und denselben Tag, so dass ich mir am Freitag morgen, als ich im Büro saß und mich nicht wirklich auf die Arbeit konzentrieren konnte, ähnlich vorkam wie ein kleines Kind vor der Bescherung am Heiligabend. Erst wurde also das Album besorgt, und am Nachmittag ging es ab Richtung Hamburg, wo uns ein 12 km Stau vorm Elbtunnel einen Strich durch unsere Planung machte und uns dazu bewog, unser Auto auf einem Park & Ride-Parkplatz ganz im Hamburger Norden abzustellen und mit der S-Bahn zum Delphi Show-palast, wo das Konzert stattfinden sollte, zu fahren. Gegen halb fünf trafen wir am Delphi ein, wo noch nicht besonders viele Leute vor dem Eingang warteten. Bei einer kleinen Erkundung der Gegend trafen wir auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude, wo auch die Trucks parkten, auf ask-berlin, der gerade eingetroffen war und gleich begrüßt wurde. Ungefähr gleichzeitig kam ein Auto an, aus dem Marco ausstieg, der uns einen langen Blick zuwarf und dann im Gebäude verschwand. Als wir zurückgingen, sahen wir Anette am Backstage-Eingang drau-ßen stehen und ein Telefongespräch in ihrer Muttersprache führen. Sie war schon für den Auftritt gestylt und auf ihr Telefonat konzentriert, lächelte uns aber dennoch kurz zu. Zurück am Eingang trafen langsam immer mehr Leute ein und auch unser Fanclub-Grüppchen formierte sich langsam. Verwundert hat mich allerdings, dass das Konzert nicht ausverkauft war, obwohl im Voraus eine Menge Hinweise gegeben wurden, wer sich denn wirklich hinter dem Pseudonym Sushi Patrol verbirgt. Entweder war das Interesse einfach nicht vorhanden oder die Hinweise sind nicht angekommen, wobei ich eher letzteres vermute, auch wenn ich es nicht richtig verstehen kann, weil die Hinweise meiner Meinung nach mehr als nur deutlich waren. Na ja, guckt halt nicht jeder jeden Tag ins Internet.
2Von unserer Fanclub-Leitung, die eh schon eine recht lange Anfahrt auf sich genommen hatte, bekamen wir die Nachricht, dass sie sich auf Grund eines 15 km langen Staus südlich von Hamburg ordentlich verspäten würde. Der Einlass hatte bereits begonnen und die meissten Leute waren schon drin, so dass wir uns auch auf den Weg ins Delphi machten. Unsere Namen fanden sich alle auf der Gästeliste wieder, und mit einem Stempel hatten wir Zutritt zum VIP-Bereich auf der Empore direkt gegenüber der Bühne. Außerdem gab es belegte Brötchen und freie Getränke für jeden. Im unteren Bereich vor der Bühne sah es anfangs noch sehr leer es; kurz vorm Beginn füllte es sich aber doch noch mal deutlich, so dass es immerhin einigermaßen voll war. Der Konzertbeginn verzögerte sich ein wenig, so dass es um etwa Viertel nach acht losging. Der ‚Ansager’ auf der Bühne überbrachte uns die 'schlechte' Nachricht, dass Sushi Patrol leider nicht auftreten könnten, man aber adäquaten Ersatz gefunden habe. Großer Jubel im Publikum, und los ging es...

Das Konzert
Das Intro war für meinen Geschmack ein wenig zu lang ausgefallen. Vielleicht war ich aber auch einfach nur so extrem gespannt, dass es mir wie eine Ewigkeit vorkam, bis die Nightwish-Jungs unter großem Jubel die Bühne betraten. Mit ‚Bye Bye Beautiful’ und einem recht ordentlichen Sound begann das Konzert. Anettes Erscheinen auf der Bühne wurde vom Pub-likum laut bejubelt. Der Song funktionierte hervorragend als Opener, und entsprechend fiel der Applaus danach auch aus. Weiter ging es mit einem weiteren neuen Song, 'Cadence of her last breath', der ebenfalls gut ankam und mit dem dominanten kräftigen Gitarrenriffing ordentlich nach vorne ging. Anette kam nach dem Song gar nicht richtig zu Wort, da der Applaus nicht enden wollte. Es war deutlich zu spüren, dass die versammelte Fangemeinde absolut begeistert war, die Band nach derart langer Bühnenabstinenz wieder live spielen sehen zu können.

3Anette, die mit ihren beiden langen Zöpfen, dem kurzen schwarzen Rock und dem rotkarierten, geschnürten Oberteil auf mich wie ein junges Mädchen Anfang zwanzig wirkte, begrüßte das Publikum dann doch noch und sagte den nächsten Song an: 'Dark Chest of Wonders'. Hier werden einige der Anwesenden vermutlich zum ersten Mal richtig den Atem angehalten haben. Wie klingt wohl ein alter Song mit neuer Stimme? Wenn ich tatsächlich Bedenken hatte, dann waren sie schnell verflogen. Selbstverständlich klang der Song mit Anettes Stimme durchaus ungewohnt, aber auf gar keinen Fall schlecht, wie manche Skeptiker im Voraus prophezeien wollten. Meiner Meinung nach funktionierten die neuen Songs aber am allerbesten. Das könnte aber ganz klar daran liegen, dass man bei den älteren Liedern noch an Tarjas Stimme gewöhnt ist und diese immer noch im Hinterkopf hat. Anette singt einige Passagen der älteren Songs etwas tiefer, ihr Gesang klingt rockiger und direkter. Bei man-chen Songs hatte ich aber das Gefühl, dass sie noch am Probieren ist, wie sie die Passagen am Besten singt. An einigen Stellen hörte man deutlich, dass sie an die Grenzen ihrer stimmlichen Möglichkeiten ging. Damit lieferte sie immer noch eine großartige Leistung ab, nur klangen eben einige Töne doch etwas gepresst, aber ich gehe davon, dass es sich legen wird, wenn sie auf der Bühne nicht mehr ganz so angespannt ist und routinierter mit den al-ten Liedern umgehen kann.

4Die Band wirkte zu Beginn der Show äußerst nervös (wen wundert’s?), und besonders Tuomas erschien die ganze Zeit über extrem konzentriert und angespannt zu sein, während Emppu und Marco ihr schon von der letzten Tour bekanntes Rumgewitzel und Rumgepose mit offensichtlich viel Spaß fortsetzten. Anette bekam besonders von Emppu immer wieder eine aufmunternde kleine Umarmung, oder ihr wurde lobend von Marco auf die Schulter geklopft. Es war deutlich sichtbar, dass die Jungs versuchten, sie zu unterstützen und ihr so einen Teil der Anspannung zu nehmen. Auf mich machten Nightwish diesmal mehr den Eindruck einer richtigen Band. Gerade bei den letzten Konzerten mit Tarja kam es mir doch öfter vor, als stünde Tarja Turunen mit ihrer Begleitband auf der Bühne. Außerdem fand gerade im Jahr 2005 bei Nightwish auf der Bühne zwischen Tarja und dem Rest der Band recht wenig Interaktion stand. Mit Anette am Mikrophon wirkte der ganze Auftritt erfreulicherweise mehr wie ein Miteinander als ein Nebeneinander.

Wie bereits erwähnt gefielen mir vor allem die neuen Songs hervorragend. Vor allem ‚Sahara’ und ‚Amaranth’ funktionierten live für mich noch eine ganze Spur besser als in der Album-Version. ‚The Islander’ war ein ganz besonderes Ereignis, schließlich werden bei diesem Song zum ersten Mal live Akustik-Gitarren verwendet. Marco und Emppu spielten den Song auf Hockern sitzend und dezent begleitet von Tuomas an den Keyboards, und Anette kam für den Background-Gesang dazu. Ein weiterer Gänsehaut-Moment der Show war ‚Eva’. Der Song passt einfach hervorragend zu Anettes klarer Stimme und war im Set geschickt als erste Zugabe platziert, bevor mit ‚Wishmaster’ und ‚Wish I Had An Angel’ zwei rockigere Stücke den Abschluss bildeten.
Der einzige neue Song im Set, der live meiner Meinung nach wirklich schwächer rüberkam als auf dem Album, ist ‚The Poet And The Pendulum’. Hier könnte ich wieder mal bemängeln, dass es für den Song erforderlich ist, viele Passagen vom Band einzuspielen, weil das Orchester an vielen Stellen doch sehr dominant ist. Dies wirkte auf mich hierbei allerdings nicht so störend wie früher bei ‚Ghost Love Score’, das live zu einem meiner weniger geliebten Titel zählt. Vielmehr fand ich vor allem den Refrain sehr viel weniger kraftvoll als auf der Album-Version, und das ist doch etwas schade Aber vielleicht lässt sich daran ja soundtech-nisch noch arbeiten.
Von den älteren Songs auf der Setlist gefielen mir vor allem ‚Ever Dream’ und ‚Sacrament of Wilderness’ hervorragend. Lediglich Tuomas’ ‚Moskau, Moskau’-Zwischenspiel im Mittelteil von letzterem fand ich etwas irritierend. Aber besonders gesanglich waren diese beiden Songs ausgezeichnet, und natürlich freute ich mich sehr, endlich mal einen guten alten Song aus ‚Oceanborn’-Zeiten hören zu können. Auch ‚Slaying The Dreamer’ und ‚Wish I Had An Angel’ gelangen Anette richtig gut. Die restlichen Stücke brauchen für mich noch etwas Gewöhnung, weil sie durch Anettes Gesang einen ganz neuen und ungewohnten Anstrich bekommen.

5Vor dem Zugabenblock bekam der Leiter der Organisation ‚Die Arche’, die sich für in Armut lebende Kinder einsetzt, von Nuclear Blast einen Scheck im Wert von 10.000 € überreicht – der Gewinn aus dem Online-Verkauf von ‚Eva’.

Nach der letzten Zugabe bot sich uns Zuschauern wieder ein ungewohntes Bild: Anette holte sich von jedem der Jungs eine ausführliche Umarmung ab, die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben. Dann ließ sich die Band bei der abschließenden Verbeugung ausführ-lich bejubeln. Selbst Tuomas’ angespannte Miene verschwand und wich einem zufriedenen Lächeln. Na bitte… Die Zugabe-Rufe verhalten aber leider ohne Wirkung.

Eigentlich reicht ein kurzer Satz, um das Konzert zu beschreiben: ‚Nightwish sind zurück’. Und so sei jedem ans Herz gelegt, eines der anstehenden Konzerte zu besuchen und sich selbst von Anettes Live-Qualitäten zu überzeugen. Ich bin eigentlich immer noch ganz verblüfft, dass Nightwish bereits bei ihrem dritten Konzert mit Anette so eine hervorragende Leistung bringen konnten. Da die Band sicherlich durch die kommenden vielen Auftritte auf der Bühne noch mehr zusammenwachsen und Anette ihre Gesangsleistung nach und nach optimieren wird, sind die Aussichten mehr als nur viel versprechend.
Die After-Show-Party
6Für uns war der Abend aber noch nicht zu Ende. Schließlich war man ja im VIP-Bereich. Zunächst einmal packten Katrin und Mandy, die gemeinsam mit Cleo und Katrins Freund Claus doch noch beinahe rechtzeitig eingetroffen waren und so zum Glück nur die ersten drei Songs verpasst hatten, Kuchen aus. Während der Kuchen nach und nach verzehrt wurde, pendelte ich zwischen dem Fanclub und meinen Bekannten im unteren Bereich des Delphi hin und her, gesellte mich letztendlich aber doch wieder komplett zum Fanclub dazu. Etwa dreißig bis vierzig Minuten nach Ende der Show kamen zunächst die Herren von Nightwish und kurze Zeit später auch Anette in den VIP-Bereich, wo die After-Show-Party – oder vielleicht treffender: das ausführliche Begießen eines gelungenen Konzertes- bereits in vollem Gange war. Die Mitarbeiter an der Bar hatten jetzt jedenfalls ordentlich zu tun, um die anwesenden Journalisten und Crew-Mitglieder mit Getränken zu versorgen. Die Bandmitglieder mischten sich sogleich unters Volk, besorgten sich einen Drink und wurden von den Anwesenden in Gespräche verwickelt. Ich selbst fühlte mich nicht so besonders wohl in dieser eingeschworenen Gemeinschaft, in der beinahe jeder jeden zu kennen schien – so ein wenig stellte sich das Gefühl ‚Du bist hier fehl am Platz’ ein.

07Wir beobachteten den ganzen Trubel erstmal eine ganze Weile, ehe Katrin die Initiative er-griff und auf Jukka zusteuerte, der sofort bereit war, ein bisschen Zeit für uns aufzubringen. Er schrieb bereitwillig Autogramme, ließ sich fotografieren und verewigte sich mit einem ausführlichen Eintrag im Wanderbuch des Fanclubs. Zur Belohnung und zu seiner Begeisterung bekam er von Katrin eine große Flasche Jägermeister, die er auch gleich öffnen musste. Na ja, wer im Buch als letztes ‚And now some booze…’ schreibt, muss auch die Konsequenzen dafür tragen. Unser nächstes Opfer war Marco, der scheinbar bereits eine ganze Menge ‚booze’ zu sich genommen hatte. Aufrecht stehen war kein Problem, schreiben schon eher. Aber auch das gelang ihm noch und zur Zufriedenheit aller. Als Dankeschön bekam er von Katrin Kräuterbitter überreicht. Emppu zu erwischen, stellte sich mal wieder als äußerst schwierig heraus. Der kleine, quirlige Kerl war überall und nirgends, so dass ich selber ihn nur noch irgendwohin verschwinden sah, nachdem einige von uns seine Aufmerksamkeit doch für ein paar Sekunden bekommen hatten. Anette war immer noch in ihren Bühnenklamotten gekleidet und hatte gleich nach ihrem Eintreffen im VIP-Bereich noch für ein paar Fotografen posiert. Auch sie nahm sich Zeit für ein kleines Pläuschchen und Autogramme, wirkte dabei schon sehr routiniert und äußerst natürlich und freundlich. Auch Tuomas hatte danach sein Gespräch an der Bar beendet und musste letztendlich noch dran glauben. Von Fans umringt, blieb er sehr geduldig und erfüllte Foto- und Autogrammwünsche in aller Ruhe. Danach waren alle glücklich und zufrieden, nur Emppu war ja noch nicht so richtig erwischt worden. Da es aber schon recht spät war und unser Auto am nördlichsten Ende von Hamburg stand, machten wir uns auf den Weg durch den strömenden Regen auf der Suche nach einem Taxi und fielen um kurz vor zwei nach einem anstrengenden, interessanten Abend und vor allem einem tollen Konzert ins Bett.

Abschließend möchte ich mich bei Mandy und Katrin vom Fanclub und bei Florian von Nuclear Blast für die Gelegenheit bedanken, mal ein wenig VIP-Luft schnuppern zu können. War eine Erfahrung wert, und alles in allem hatten wir einen wirklich unvergesslichen Abend.

8Setlist:
Bye Bye Beautiful - Cadence Of Her Last Breath - Dark Chest Of Wonders - Ever Dream – Dead To The World – Amaranth - Sacrament Of Wilderness - The Islander - The Poet And The Pendulum - She Is My Sin – Sahara - Sleeping Sun - Slaying the Dreamer – Nemo – Eva – Wishmaster - Wish I Had An Angel

Text: Oceanborn

 

9

 
Banner

PM- Anzeige

Sie sind nicht eingeloggt.

Aktuelle Umfrage

Was findest du am Fanclub am wichtigsten?
 

Nächste Geburtstage

  • Sonntag, 02. November 2014 Stargazers (23)
  • Sonntag, 09. November 2014 bassattack (48)
  • Mittwoch, 19. November 2014 Sven (23)
  • Donnerstag, 20. November 2014 meowam (28)

Zufallsbild aus der Galerie

Es sind keine Bilder in der Galerie vorhanden, die angezeigt werden können.