Band-Biographie PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 21. September 2008 um 11:55 Uhr

Bandbiographie

Die Idee für Nightwish wurde in einer Nacht im Juli 1996 "geboren", als Tuomas mit seinen Freunden am Lagerfeuer saß...

Nein, so fängt beinahe jede Biographie zu Nightwish an. Es mag den Tatsachen entsprechen, aber wir möchten euch eine ganz besondere Bandbio bieten. Gehen wir diesen Weg über das bekannte Sprichwort, das Pferd von hinten aufzuzäumen und kommen zu Beginn zur Musik der Band. Das bisherige Schaffen von Nightwish mit nur einem Wort zu beschreiben ist schwer und uns fällt auch nur eines ein, welches dem gerecht wird: Bombastisch. Bereits mit dem Beginn ihres Bestehens haben Nightwish ihre eigene Nische geschaffen und seitdem zahlreiche Nachahmer gefunden, die ihnen bei Weitem nicht das Wasser reichen können.

Dass Finnen für ihre verrückten Ideen bekannt sind, braucht wohl kaum noch erwähnt zu werden. Keyboarder und Komponist Tuomas Holopainen, die "Seele" von Nightwish, gründete gemeinsam mit Erno "Emppu" Vuorinen im Jahre 1996 eine Band. Hierzu sei gesagt, dass Tuomas in zahlreichen Interviews verdeutlicht hat, dass die Band bereits vor dem Erscheinen von Tarja existierte! Auf der Suche nach einer passenden weiblichen Stimme wurde kurzerhand Tarja Turunen, mit der Tuomas seit dem 13. Lebensjahr gemeinsam die Schulbank drückte, zu damals noch als "Wir haben nichts Großes vor, nur ein paar Songs, keine Gigs" bezeichneten Aufnahmen gebeten. Von der gesanglichen Leistung Tarja Turunens waren allerdings beide Gründungsherren dann doch etwas überrascht: "Wir erwarteten etwas zartes, mädchenhaftes und waren total überrascht, als wir ihren kraftvoll dramatischen Operngesang hörten". Doch wie Finnen so sind, verwundert es uns nicht, dass aus diesen Gegensätzen von Heavy Metal und Oper eine Symbiose wird. Das Konzept wird kurzerhand umgestellt, Emppus Gitarre verkabelt, man gewinnt Jukka Nevalainen am Schlagzeug hinzu und gestaltet die ganze Musik an sich bombastischer.

 

Angels Fall First

Mit dem Ergebnis, ein Demo mit dem Titel "Angel Falls First" in der Tasche, begibt sich Tuomas auf Tour mit seiner Hauptband Nattvindens Gråt und gewinnt das Ohr des Headliners und Babylon Whores- Gitarristen Ewo Rytkönen, der sich seine Brötchen auch als Künstler- scout (A&R) für Spinefarm Records verdient. Kurz nach Abschluss der Tour halten Nightwish überglücklich ihren ersten Vertrag in den Händen, der Start in eine bis heute andauernde Bilderbuchkarriere.
Die erste Veröffentlichung der Band ist die Single "The carpenter", welche in der heutigen Zeit als Sammlerstück unter Fans heiß begehrt ist und das, obwohl nur einer der Songs von Nightwish selber stammt. Diese erste Platte, mussten sich Nightwish noch mit zwei anderen Bands teilen: Children of Bodom und Thy Serpent .
Trotz dieses Kompromisses wird die Single das Sprungbrett nach ganz oben. Nach nur wenigen Wochen erreicht "The Carpenter" Platz 8 der Finnischen Charts. Das Album selber gelangt auf Platz 31. Die Silvesternacht 1997 wird wohl in der Karriere von Nightwish stets einen besonderen Platz einnehmen, denn an diesem Abend steht die Band zum ersten Mal auf der Bühne. Ort des Geschehens ist Kitee. Das vor Lampenfieber stocksteife Quartett begibt sich nach diesem ersten Gig vor einigen Dutzend Leuten für einige Monate auf eine handvoll weitere Konzerte.
Danach wird es um den Geheimtipp der Metalszene erst einmal sehr ruhig. Bedingt durch Tarjas Musikstudium zur klassischen Opernsängerin, der Armeezeit von Jukka und Emppu muss eine Zwangspause eingelegt werden. Außerdem soll aus dem Quartet ein Quintett werden. Während auf "Angels fall first" der Bass noch von Emppu gespielt wurde, übernimmt dies nun Sami Vänskä.

Oceanborn

Die Pause bedeutet auch eine Auszeit für Tuomas, um genügend Stoff für das kommende Album zu sammeln, welches endgültig für ein Aufhorchen nicht nur in Finnland, sondern in ganz Europa sorgen wird. "Oceanborn" schafft, worauf das Debüt hoffen ließ und noch viel mehr. Der Zweitling zeigt Nightwish von ihrer damals besten Seite und die Finnen steigen zu Überfliegern auf. Der orchestrale, äußerst melodische Bombast-Metal wird nicht bloß gespielt, er wird regelrecht zelebriert und erhält durch die verstärkten Operngesänge ein extraordinäres Flair. "Oceanborn" ist wohl die Platte von Nightwish, auf der Sängerin Tarja ihre Stimme am meisten in allen Facetten entfalten kann, was den geneigten Zuhörer begeistert, mitunter aber auch sehr anstrengend werden kann. Nur mit der Ausgewogenheit hapert es ein wenig, denn entweder gibt es vom Keyboard dominierte rasend schnelle Uptempo-Nummern oder ruhige Balladen. Hier kann Tarja allerdings so richtig zeigen, was in ihrem unscheinbar erscheinenden Resonanzkörper steckt, und so mutieren das live selten gespielte "Walking in the air" und das ergreifende "Sleeping sun" zu traumhaft schönen Klanglandschaften. Man ist zur richtigen Zeit mit der richtigen Musik vor Ort, ein Jahr zuvor können Blind Guardian mit ihrer bombastisch vertonten Version des Silmarillions und die eher im True Metal verwurzelten Running Wild erstaunlich hohe Chartnotierungen einfahren (Platz 7 und 12) und werden sogar im Radio gespielt. 1999 befinden sich Nightwish in guter Gesellschaft mit extrovertiert veranlagten Brachialkapellen wie Emperor und Dimmu Borgir oder klassischen Metal-Bands wie Gamma Ray und Stratovarius. Metal – und damit meinen wir keine Nu Metal-Trendsetter – beginnt öffentliches Interesse zu erwecken.


Mit durchschlagendem Erfolg: Platz fünf der offiziellen finnischen Album-Charts. Die Single »Sacrament Of Wilderness« (mit zugehörigem Video, gedreht in Kitee) ist sogar wochenlang Nummer Eins. Zwei weitere Singles sind gleichzeitig in den Top Ten – das ist Rekord! Es regnet förmlich Edelmetall auf die junge Band herab.
Nun geht es Schlag auf Schlag: Im Frühling wird »Oceanborn« im Ausland veröffentlicht. Im Mai geht die Band für zweieinhalb Monate auf Tour, spielt auf fast allen großen Rock-Festivals. Zur gleichen Zeit wird die Single »Sleeping Sun« zur Sonnenfinsternis in Deutschland aufgenommen. Mit dem dazugehörigen Video zur Single sorgt Mastermind Tuomas für eine der wohl häufigsten Fragen der Fans: Was hat die Wanne in dem Video zu bedeuten? Allein in Deutschland verkauft sich die Single 15.000-mal in einem Monat, »Oceanborn« und »Sacrament Of Wilderness« werden vergoldet.

Anschließend folgt eine Europatournee mit 26 Konzerten, im Vorprogramm von Rage (Deutschland).
Danach gönnt sich die Band eine kurze und verdiente Pause, bis im Jahre 2000 die Band beginnt, ihr drittes Meisterwerk zu kreieren.

»Eine willkommene Abwechslung zur Studioarbeit bot sich, als wir mit dem Lied »Sleepwalker« an der finnischen Qualifikation zum Grand Prix d'Eurovision teilnahmen«, so Nightwish, die tatsächlich den ersten Vorentscheid gewinnen. Letztendlich landen sie aber nur auf dem zweiten Platz, trotz einer überragenden Mehrheit in der öffentlichen Telefonabstimmung.

Im Mai 2000 wird das Album »Wishmaster« veröffentlicht, schießt direkt auf Platz Eins der finnischen Charts und hält sich dort drei Wochen lang. In Deutschland steigt »Wishmaster« auf Platz 21 ein, und sogar in den sonst streng den einheimischen Musikern vorbehaltenen französischen Charts erreichen die Finnen Rang 66.

Wishmaster

Das Album "Wishmaster" zeichnet sich besonders dadurch aus, dass die hektischen Tastenläufe, die "Oceanborn" dominieren, weitestgehend der Vergangenheit angehören. Der jugendliche Übermut von Keyboarder und Mastermind Tuomas ist gewichen, statt dessen zollt er in alternierender Instrumentierung und (noch) zurückhaltender Orchestrierung seiner Vorliebe für klassische Soundtracks Tribut. Das Grundtempo ist reduziert worden, was die Scheibe viel homogener als ihre Vorgängerinnen macht, und man hat sich von tragenden Akkordstrukturen losgesagt. Die Zurücknahme des Keyboards als tragendes Instrument gibt der Gitarre mehr Freiraum, sodass es statt heftiger Riffs und filigraner Skalen nun weit mehr ebenso gefühlvolle wie glasklare Leads gibt, die die Rhythmussektion ein wenig aus dem Hintergrund hervortreten lassen. Das variantenreichere Schlagzeugspiel darf auf "Wishmaster" positiv begrüßt werden und die Distanzierung von der vormaligen Hektik hin in Richtung Midtempo bietet Tarja einige Möglichkeiten mehr, ihre Stimme differenziert einzusetzen, eher leichtfüßig-frisch statt erdrückend bombastisch oder gar stellenweise anstrengend wie auf "Oceanborn". Ihre betörenden Solo-Parts beschränken sich nun eher auf ihre unglaubliche, mit einem ausdrucksstarken Timbre ausgestatteten Alt-Stimme und kratzt nur noch selten an glassprengenden Sopran-Höhen, was dem Gesamtsound hörbar gut tut. Bei dem Titelgeber der Platte "Wishmaster" darf Tarja mit ihrer Stimme spielen und trotzdem fräst sich der Song mit der instinktiven Sicherheit eines Hits in die Gehörgänge und die Hirnwindungen. Das Teil reißt mit und live rockt es wie die Hölle, wenn die zierliche Sängerin dazu über die Bühne fegt und schon mal völlig untypisch für sie das Haupthaar kreisen läßt!

Die »Wishmaster World Tour«, beginnend in Kitee, führt von den finnischen Festivals für drei Wochen nach Südamerika. Eine prägende Zeit: Auf die Frage nach dem besten Gig, gibt es für Tarja nur eine Antwort: »Die ganze Südamerika-Tour!« Aber nicht nur die südamerikanischen Fans können Nightwish für sich gewinnen, lernt doch die Frontsängern bei dieser Gelegenheit den Argentinier Marcello Cabuli kennen, den sie 2003 heiratet.

Doch mit dem Erfolg lernen die Finnen auch die Schattenseiten des Ruhmes kennen: Neid, kaum Privatleben, Verfolgung durch Fans und Medien. Sängerin Tarja, die noch inmitten ihres Gesangsstudiums steckt, wird der Rummel zuviel. Als sie in einer finnischen Kochsendung auftreten muss, ist das Maß voll: Sie packt ihre Koffer und setzt ihr Studium im badischen Karlsruhe fort. Die ersten Gerüchte zur Auflösung der Band machen die Runde, werden jedoch in Grund und Boden getreten, als die Band 2001 ein Zwischenalbum mit vier neuen Songs (darunter das überwältigend geniale Gary Moore-Cover "Over the hills and far away" – dagegen kann Old Blues-Gary seine Klampfe einpacken!) und sechs Live-Aufnahmen veröffentlicht.

Wenig später gibt Tarja in Karlsruhe ein Interview, welches als Auslöser für alles Folgende angesehen werden kann. Der Satz "Bandmitglied im eigentlichen Sinne war ich nie und werde ich nie sein" lässt aufhorchen. Außerdem hat sich Gründer Tuomas zum Wandern nach Lappland zurückgezogen und kehrt mit einer Hiobsbotschaft zurück: Er will die Band wegen lang anhaltender Unstimmigkeiten auflösen. Wenig später erfolgt Trennung von Bassist Sami, der durch Marco Hietala (Tarot, Sinergy), einer finnischen Basslegende, ersetzt wird.
Ein weiterer Anheizer für die Gerüchteküche besteht darin, dass Tarja beim fünften Album "Century Child" quasi vor vollendete Tatsachen gestellt wird und das Demoband sie auf dem Postweg in Karlsruhe erreicht. Lediglich zum Aufnahmetermin kommt sie ins Studio. Und noch eine Neuerung gibt es auf "Century Child": Nightwish lassen sich erstmalig von einem kompletten Symphonieorchester begleiten.

Century Child

"Century Child" stellt im Jahre 2002 den bisherigen Höhepunkt von Nightwishs Schaffen dar. Musikalisch und kommerziell werden alle Erwartungen erfüllt. Mit Marco Hietala präsentiert man einen neuen, im Business bereits erfahrenen Mann am Bass, der sich auch vor musikalischen Duetten mit Sängerin Tarja nicht scheut, was überraschend gut funktioniert. Die Stimme der Sängerin und die übrigen Instrumente verschmelzen stärker als je zuvor zu einer Einheit. Dabei prägt Tarjas Organ nach wie vor den Gesamtsound der Finnen, obgleich ihre opernhafte Ausrichtung ein weiteres Mal zurückgeschraubt wird, während der Klampfer an der Sechssaitigen endlich mal ein richtig sattes Brett auffahren darf. Der neue Bassmann dagegen zeichnet sich durch eine erstklassige, typische Heavy-Röhre aus, mit der er Akzente zu setzen weiß und Nightwish einen ganzen Ticken kratzbürstiger wirken lässt – von der glatten Produktion von "Oceanborn" keine Spur mehr. Bei fünf Tracks wirkt ein "echtes" Orchester mit, was den neuen Longplayer noch pompöser und bombastischer, doch keineswegs überfrachtet klingen lässt. Seltsamerweise klingt vor allem im Vergleich zu "Oceanborn" durch, daß bei einigen Stücken deutlich an Gewicht abgespeckt wurde. Stellenweise sind die Kompositionen schlichter, aber äußerst eingängig geraten, sodass es auch nicht verwundert, dass man inmitten eines Stücks auf einmal auf einen erdigen, trockenen Riffrocker oder gar Megadeth-artige Mittelparts trifft. Den wahrlich großen Bombast hat man sich bis zum Schluss aufbewahrt, Gänsehaut-Melodien gibt es zuhauf und auf die typischen Doublebass-Nummern der Marke "Sacrament of Wilderness" verzichtet man glücklicherweise. Das grandiose Duett beispielsweise in "Phantom of the Opera" grenzt sich wohltuend vom Gothic Metal-Einerlei (engelsgleiche Stimmen und biestiges Gegrunze) ab und verleiht der Stilistik eine frische Klangfarbe. Das bis dahin überzeugendste und reifste Album von Nightwish.

Dann jedoch begeht man erneut den Fehler und verschreckt die Fans. Tarja deutet an, wie anstrengend das Touren und die Konzerte in erster Linie für ihre Stimme seien, die ja nun einmal das Markenzeichen von Nightwish ist. Sie macht eindeutig klar, dass sie eine Auszeit benötigt, da sie einerseits ihr klassisches Gesangsstudium in Deutschland endlich beenden möchte und andererseits mehr Zeit für ihre Familie benötigt, für die sie zwischen Südamerika und Finnland hin und her pendelt. Sie lässt mehr oder weniger deutlich durchblicken, dass sie sich gezwungen sieht, die Band zu verlassen, sollten ihre Bedürfnisse nicht berücksichtigt werden.

Während dieser Zeit erhält die bekannte Sängerin zudem eine offizielle Einladung zur Unabhängigkeitstagfeier in die Residenz der finnischen Präsidentin und Namensvetterin Tarja Halonen. Darüber hinaus kassieren die fünf Finnen zudem prestigereiche Nominierungen und Preise von Echo bis EMMA. Nach der langerwarteten Pause erscheint die zweite DVD "End Of Innocence", in welcher Mastermind Tuomas mit beinahe unglaublicher Offenheit über die Probleme innerhalb der Band spricht.

Once

Und dann kommt "Once". Mit einem Schlag stehen Nightwish im Rampenlicht der breiten Öffentlichkeit, die Single-Auskopplung "Nemo" läuft auf Dauerrotation bei MTViva und auf einmal kennt sie jeder Teenie. Weit über 2 Millionen Tonträger haben sie bis zu diesem Zeitpunkt weltweit umgesetzt, was dazu führt, dass um die selfmade Superstars ein monatelanger Konkurrenzkampf der Plattenfirmen entbrennt. Jeder will ein Stück vom großen Kuchen und schließlich lizenziert die Band das neue Werk gleich an insgesamt drei Musikunternehmen weltweit. Die Anteilnahme des finnischen Heimatlandes treibt noch viel eigenartigere Blüten: Zum Erscheinen von "Once" werden die Metal-Klassiker nicht nur zu Top Of The Pops eingeladen – ihnen zu Ehren wird eine Briefmarke geprägt und den nicht musikalischen Durst stillt man im Erscheinungsjahr 2004 mit Nightwish-Bier. "Once" gerät zum aufwendigsten Werk der neuen Nationalhelden.

Das Londoner St. Martin In The Fields-Orchester, welches auch die Filmmusik zum "Herr der Ringe"-Epos eingespielt hat, wird kurzerhand angeheuert und sorgt für symphonischen Bombast auf höchstem Niveau. Die anstrengenden Aufnahmen verschlingen Produktionskosten von über 400.000 Euro. Die Erwartungen sind hoch – und werden nicht enttäuscht: "Once" stürmt in zehn Ländern die Top Ten, darunter gleich sechsfach den ersten Platz. Noch am Release-Tag wird der Silberling platiniert und verkaufte sich bis heute über 900.000 mal – der größte kommerzielle Erfolg in der Bandgeschichte. Während manche Kenner der ersten Stunde der Band Verrat und Ausverkauf vorwerfen, gönnen viele Fans der Band den langverdienten Erfolg.

"Highest Hopes – The Best Of Nightwish" begleitet noch einmal den Weg durch alle Schaffensphasen der Vorreiter des mittlerweile vielgeliebten Genres Gothic Symphonic-Metal, die ihre Mitstreiter schon lange überflügelt und hoffnungsvollen neuen Bands wie Within Temptation, Sirenia oder Xandria - um nur einige zu nennen - zum großen Durchbruch verholfen haben. Eine illustre Werkschau, die zum Träumen und Sehnen unterm nächtlichen Sternenhimmel einlädt, denn manchmal, das wissen Nightwish mit Sicherheit, gehen Wünsche in Erfüllung.

End of an Era

Doch leider wird das Best Of „Highest Hopes“ auch unerwarteter Weise das letzte Album in dieser Formation. Am 22. Oktober, nach dem letzten Konzert der Once Tour, welches auch für eine DVD Veröffentlichung verewigt wurde, nimmt auch ein einschneidendes und lang befürchtetes Schicksal seinen Lauf. Tarja erhält nach dem Konzert von den anderen Bandmitgliedern einen Brief, indem ihr mitgeteilt wird, dass sie ab sofort nicht mehr die Sängerin von Nightwish sein wird. Kurz darauf wird dieser Brief ebenso als öffentliche Stellungnahme publiziert, um die Trennung auch gegenüber den Fans zu rechtfertigen und nachvollziehbar zu machen. Dieser Schritt sei laut der Band nötig gewesen, da Tarja sich zu sehr in die Rolle einer Diva mit Sonderwünschen versetzt habe und die Musik in den Hintergrund geraten sei. Es wurde also, wie schon bei dem Austritt von Sami, kein Gespräch gesucht, um die Trennung miteinander zu besprechen, da die Band sich zu weit auseinander entwickelt habe und schon lange Zeit Spannungen herrschten. Anfang November gibt Tarja ihrerseits zwei Pressekonferenzen, in denen sie ihre Sicht der Dinge offenbart und Anschuldigungen zurückweist. Auch Tarjas Ehemann Marcelo bezieht Stellung zu den Vorwürfen und beantwortet etliche Fragen der Fans.

Für die Fans bleiben nach der Tarjas Rausschmiss jedoch viele Fragen offen und es bildet sich ein Zweilagerkonflikt. Der eine Teil stellt sich auf Tarjas Seite, der andere Teil sympathisiert mit den restlichen Bandmitgliedern. Zahlreiche Diskussionen und Gerüchte ranken sich bis heute um die Trennung, die wahren Gründe behält die Band jedoch für sich und lässt keinen vollständigen Einblick hinter die Kulissen zu.

So einschneidend dieses Ereignis auch war, es bedeutet mitnichten die Auflösung oder das Scheitern der Band. Tuomas, Marco, Emppu und Jukka bleiben Nightwish erhalten und machen sich über Monate auf die Suche nach einer neuen Sängerin, welche von den Fans mit Spannung erwartet wird. Tarja veröffentlicht ihr Soloalbum "My Winter Storm" und bestreitet damit sowie mit zahlreichen Nightwish-Titeln ihre erste Welttournee als Ex-Sängerin von Nightwish.

Dark Passion Play

Knapp zwei Jahre nach der Trennung sind Nightwish mit neuer Sängerin und einem neuen Album wieder zurück. Bereits im Mai 2007 wurde Anette Olzon, eine Schwedin, als neue Nightwish-Sängerin dem Publikum vorgestellt und die erste Single "Eva" des neuen Album erscheint also Online-Single, deren Erlös dem deutschen Projekt "Die Arche" gespendet wird. Tuomas und Anette bestreiten seit Mai eine umfangreiche Promotour, die auch eine Autogrammstunde in Donzdorf bei Nuclear Blast beinhaltete, sodass die deutschen Fans den ersten Kontakt seit Jahren haben. Die Ausmaße der Autogrammstunde überraschen Fans, Band und Plattenfirma gleichermaßen.
"Amaranth" wird die zweite Single des Albums. Am 28.09.2007 erscheint endlich das langersehnte Album "Dark Passion Play" und beschert Nightwish einen weiteren Erfolg. In Deutschland, Finnland, der Schweiz, Ungarn und Kroatien ist das Album Nummer 1. In Finnland wird es bereits nach dem ersten Verkaufstag mit Platin ausgezeichnet. Das Doppelplatin folgte nur einige Tage später. Im Rahmen der Veröffentlichung von "Dark Passion Play" veranstalten Nightwish drei "Geheim"-Gigs. In Tallinn, Helsinki und Hamburg treten sie jeweils unter einem anderen Namen, als Coverband getarnt auf. Fans, die auf den Konzerten anwesend waren wurden letzter Zweifel beraubt.
Am 6.10.2007 startete die Tour in Israel, die Nightwish danach in die USA führt. Nach Konzerten in Skandinavien, China und Australien werden Nightwish in Mitteleuropa touren, um danach wieder zurück in die Staaten zu gehen. Die Tour wurde bis Ende 2009 fortgesetzt und dauerte insgesamt ungefähr zwei Jahre.

 

Imaginaerum

Nach einer Erholungspause setzte sich die Band ans neue Album. In einem "Summercamp" 2010 wurden die Demoaufnahmen durchgeführt und seit Ende 2010 werden die endgültigen Aufnahmen fürs Album so nach und nach fertiggestellt. Mittlerweile liess die Band verlauten, das es zu diesem Album auch einen Film geben wird. Zu diesem Zweck verpflichtete man den finnischen Regisseur Stobe Harju, der den Nightwish-Fans eventuell schon durch den Video-Clip zu "The Islander" ein Begriff sein dürfte. Der Erscheinungstermin des Albums wird sich dadurch eventuell nach hinten verschieben, für den Film ist die Uraufführung Anfang 2012 geplant. in dem Film, der sehr in die Fantasy-Richtung gehen wird, geht es um einen "Liedermacher mit einer unglaublichen Vorstellungskraft. Er ist ein alter Mann, der sich immer noch für einen kleinen Jungen hält. Während er schläft, reist er in seine entfernte Vergangenheit, in der seine früheren Träume mit der Fantasiewelt und Musik des kleinen Jungen vermischt werden. In seinen Träumen kämpft der alte Mann darum, seine wichtigsten Erinnerungen zurückzugewinnen." (Zitat NW-Homepage)

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11. Dezember 2013 um 10:08 Uhr
 
Banner

PM- Anzeige

Sie sind nicht eingeloggt.

Aktuelle Umfrage

Was findest du am Fanclub am wichtigsten?
 

Nächste Geburtstage

  • Montag, 22. Dezember 2014 Matze (29)
  • Freitag, 26. Dezember 2014 data (28)
  • Montag, 29. Dezember 2014 Dawn (35)
  • Dienstag, 30. Dezember 2014 JollyRoger (32)

Zufallsbild aus der Galerie

Es sind keine Bilder in der Galerie vorhanden, die angezeigt werden können.